
Bildnachweis: Dominik Butzmann/photothek
Sehr geehrte Damen und Herren,
„Journalist zu sein, war für mich ein Mittel der Selbstheilung und Lebensrettung“, sagte Georg Stefan Troller rückblickend auf sein Leben. Ein Leben, das durch existenzielle Bedrohung und Exil, durch Verluste und traumatische Erfahrungen, durch einen Neustart in Europa und eine leidenschaftliche Karriere als Filmemacher und Journalist geprägt war.
Der Georg-Stefan-Troller-Preis wird für die Berichterstattung über jüdisches Leben und die Bekämpfung des Antisemitismus verliehen. Nicht erst seit dem 7. Oktober 2023, dem Tag des Hamas-Massakers im Süden Israels, hat der Antisemitismus in Deutschland, Europa und darüber hinaus bedrohlich zugenommen – im gesellschaftlichen Leben, auf den Schulhöfen oder Universitäten, aber auch online. Und so hoch journalistische Standards bei uns auch sind: Gerade in diesem Themenfeld kommt es immer wieder auch zu einseitiger oder falscher Berichterstattung.
Genau deshalb ist dieser Preis so wichtig. Denn er ehrt die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten, die genau hinschauen. Dorthin, wo falsche Informationen verbreitet werden, wo sich Klischees über Jüdinnen und Juden hartnäckig halten oder wo antisemitische Stereotype immer wieder ausgerollt werden. Aber auch mit einem klaren Blick für Vielfalt und Komplexität jüdischen Lebens.
Ich gratuliere den Preisträgern des Georg-Stefan-Troller-Preises und wünsche ihnen für ihre weitere Arbeit offene Augen und Ohren und mutige Texte und Beiträge, die den Facettenreichtum des Judentums feiern und mit Antisemitismus offen ins Gericht gehen.
Mit freundlichen Grüßen
Karin Prien
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend