Wer wir sind.

Wir sind Journalistinnen und Journalisten.

Wir lieben es, den Menschen Informationen zur Verfügung zu stellen, die sie befähigen, sinnvolle und kluge Entscheidungen zu treffen.

Wir lieben die Pressefreiheit, weil sie Grundlage einer liberalen, offenen und toleranten Demokratie ist. Jüdisches Leben in seiner ganzen Vielfalt kann nur in einer demokratischen Gesellschaft gedeihen.

Wir lieben Fakten, weil sie vor Fehlurteilen schützen. Der Antisemitismus ist eine Erzählung über Juden, die auf Gerüchten beruht. Er ist eine Lüge und ein Feind der liberalen Demokratie. Sein Einfluss kann nur mit Fakten begrenzt werden.

Wir sind jüdische Journalisten und Journalistinnen.

Wir lieben die Tiefe, die Vielfalt und die Widersprüchlichkeit des jüdischen Lebens. 

Wir sind progressiv, liberal und konservativ. Wir sind gemäßigt und radikal. Wir sind in der Mitte und wir sind am Rand. Wir sind religiös und wird sind Atheisten. Wir essen koscher und alles, was schmeckt. Wir sind LGBTQ+ und wir halten die Ehe von Mann und Frau für Gottes Wille. Wir sprechen Deutsch und Hebräisch und keine Fremdsprachen. Wir sind Teil des jüdischen Volkes und wir sind Teil der Völker unserer Heimatländer.

Wir lieben das demokratische Israel. Wir betrachten den jüdischen Staat nur so lange als Notwendigkeit, solange es Antisemitismus gibt, und wir sehen in Israel die Erfüllung biblischer Prophezeiung.

Damit es all das gibt, kämpfen wir für Demokratie und gegen Antisemitismus.

Was wir tun.

Weil der Antisemitismus den Journalismus bedroht, …

Am 7. Oktober 2023 überfielen islamistische Terroristen Israel. Sie massakrierten über 1200 jüdische Menschen, dazu muslimische und christliche Israelis sowie Menschen anderer Nationen. Sie ermordeten an einem Tag mehr Juden als in der Schoa durchschnittlich an einem Tag in Auschwitz getötet wurden.

Das Pogrom wurde unterstützt und bejubelt von Millionen Zivilisten im Nahen Osten. Es findet Zustimmung und es stößt auf Verständnis in den „vereinten“ Nationen. Es hat das „Gerücht über die Juden“ wieder zu einem alltäglichen Teil des Weltbildes von Millionen Menschen gemacht, auch von Journalisten. Verschwörungsmythen, Vorurteile, Ressentiments gegenüber jüdischen Journalisten sind heute Teil des journalistischen Alltags, in sozialen wie in klassischen Medien, in öffentlich-rechtlichen wie privaten, im Boulevard wie in den Qualitätsmedien. 

Journalisten verbreiten Antisemitismus. Kolleginnen und Kollegen, mit denen wir die Redaktionsstuben teilen, die mit uns recherchieren und publizieren, verbreiten antisemitische Narrative – unbewusst oder aus Überzeugung. Sie bedrohen dadurch die Freiheit und berufliche Existenz jüdischer Journalisten. Sie bedrohen die liberale Demokratie.

… wollen wir den Antisemitismus aus dem Journalismus verdrängen.

Wir hören, lesen, sehen jeden Tag in unseren eigenen Medien ein „Gerücht über Juden“. Journalisten verbreiten das Gerücht, eine jüdische Lobby bestimme den Diskurs in den Medien. Journalisten verbreiten das Gerücht, eine jüdische Lobby wolle sie zum Schweigen bringen. Journalisten verbreiten das Gerücht, Journalisten hätten Angst, kritisch über Themen zu berichten, weil eine jüdische Lobby sie einschüchtere. Journalisten verbreiten das Gerücht, sie könnten die israelische Politik nicht kritisieren, ohne Antisemiten genannt zu werden – und verbreiten damit das „Gerücht über Juden“.

Das schmerzvollste aller „Gerüchte über Juden“ ist die Erzählung, die Lehren aus der deutschen Geschichte, das Wissen über den Holocaust, die Rücksicht gegenüber Juden verhindere eine unvoreingenommene journalistische Berichterstattung. Dass Journalisten nicht kritisch und frei über jüdische Themen und Menschen berichten könnten, über jüdische Politiker, Unternehmer, Verbrecher und Extremisten ist das übelste aller gängigen antisemitischen Erzählungen im medialen Alltag. Dass auch Juden diese Erzählungen verbreiten, macht sie nicht wahrer. Auch Juden lügen.

Die modernen „Gerüchte über Juden“ sind Sprachbilder des uralten Antijudaismus und Antisemitismus. Wer sie benutzt, unbewusst oder bewusst, verbreitet Antisemitismus.

Dem wollen wir mit Fakten begegnen. Wir möchten allen Menschen, vor allem  Journalisten, Wissen anbieten, das den Verstand und das Herz berührt. Wir bieten Bildung durch Begegnungen und Austausch in Seminaren, auf Tagungen und Reisen, durch Texte, Vorträge und Gespräche. Wir bieten allen Menschen, vor allem aber Medienhäusern, Verlagen und Redaktionen, Hintergrundgespräche an.

Wir sind Expertinnen und Experten bei allen Fragen rund um das jüdische Leben, die jüdische Geschichte, Religion und Kultur. Wir kennen die jüdische Gemeinschaft und die israelische Gesellschaft von innen, kennen ihre vielfältigen Narrative und Widersprüche. Wir wissen alles über die Entstehung des Nahost-Konflikts und ja, wir wissen auch, wie er beendet werden kann.

Wir wollen journalistisches Handwerk und journalistische Fairness in die Berichterstattung über jüdische Themen und über den Nahostkonflikt zurückbringen. Wir wollen antisemitische Erzählungen aus den Medien vertreiben und die liberale Demokratie stärken.


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